Daimler-Klemm L 20

…ist ein leichtes Übung-Sport-Reise-Flugzeug

Den internationalen Siegeszug der Klemm-Flugzeuge leitete die Daimler-Klemm L20 ein, das erste systematisch für Schulung, Sport und Touristik entwickelte schwachmotorige zweisitzige  Leichtflugzeug der Welt.

Die Daimler L 20 entstand zwischen 1923 und 1924 als Tiefdecker in Holzbauweise mit eckigem Rumpfquerschnitt und Stoffbespannung. Die Tragflächen und die Höhenruder konnten für den Straßentransport angeklappt werden. Als Antrieb kam ein luftgekühlter Zweizylinder-Boxermotor mit 16 kW Leistung zum Einsatz der über das gleiche Planetengetriebe wie in der L 15 den Propeller antrieb.

Für den Entwurf konnte sich Klemm die Unterstützung von Martin Schrenk vom Flug- technischen Verein Stuttgart sichern. Zusätzlich konnte er Ferdinand Porsche zum Entwurf des passenden Flugmotors Daimler F 7502 bewegen. Nach dem Erstflug der Prototypen D-608 (mit Schwimmern ausgerüstet)

Klemm-Daimler L20 Seitenrissund D-609 bei der Bodensee-Flugwoche im Herbst 1924, wurde sie für die Serienpro- duktion etwas verbessert und in L 20B umbenannt. Das Flugzeug konnte einige Rekorde und spektakuläre Flüge für sich verbuchen. So landete 1928 Ernst Udet mit der D-1433 Kamerad auf dem Zugspitzmassiv und Friedrich Karl von Koenig-Warthausen stellte mit der Maschine mit einem Nonstopflug von Berlin nach Moskau einen Flugweltrekord auf. Trotz der guten Verkaufserfolge stellte Daimler nach der Fusion zur Daimler-Benz AG die Produktion von Flugzeugen ein und so stellte Klemm die Maschine ab 1927 unter eigenem Namen als Klemm KL 20 weiter her. 1927 wurde sie zur KL 25 weiterentwickelt. Insgesamt wurden mindestens 58 Stück in verschiedenen Versionen, die sich vor allem durch den eingesetzten Motor unterschieden.                                                         (Wikipedia)

Daimler-Klemm L20 Strichzeichnung

Kenngröße Daten
Besatzung 1
Passagiere 1
Länge 7,27 m
Spannweite 13,00 m
Höhe 2,05 m
Flügelfläche 20,0 m²
Leermasse 265 kg
max. Startmasse 450 kg
Reisegeschwindigkeit 95 km/h
Höchstgeschwindigkeit 105 km/h
Dienstgipfelhöhe 4100 m
Reichweite 480 km
Triebwerke ein Daimler F 7502 mit 16 kW (20 PS)

Aufbau einer Daimler-Klemm L 20 Fotoserie

Zeitungsartikel über Hanns Klemm, Leichtflugzeuge, in: Berliner Zeitung am Mittag/Sportbilder, 12.2.1928

BB-Flughafen D-608 D-978 (Schüttler) (1)Hanns Klemm mit der ersten L 20-Serie

Daimler-Klemm L 20 D-608 in Berlin-Adlershof (Foto oben). In den 20ern mussten alle neuen Flugzeugmuster zur DVL nach Adlershof geflogen werden um dort ihre Musterprüfung zu absolvieren. Da es die erste L 20 ist und auch noch die kurze Sportfläche hat, geht es wohl um die Zulassung im Jahr 1925. Ansonsten hätte die D-608 nichts bei der DVL verloren. (Kommentar aus Flugzeugforum.de). Interessant ist im Hintergrund der Daimler-Lastwagen, mit der die Maschine von Sindelfingen nach Berlin transportiert wurde.

KLemm-Daimler L20 D-608 15.000 Flug 1930-05-1023.März 1929 Feier anläßlich des 10.000 Fluges und am 10.Mai 1930 zum 15.000 Flug (Foto) der D-608
Klemm-Daimler L20 D-608 BB BauchlandungDie D-608 blieb auch von Unglücken nicht verschont

1929-03-07

 

Herausragende Ereignise

  • 1924 Test Bodensee Flugwoche Bodman D-608. Räder auf Kufen gewechselt

Klemm L20b. Diese Maschine war scheinbar ein Erprobungsflugzeug für verschiedene Einbaute, z.B. Motoren, Schneekufen, Schwimmer. spätere Eigentümer Dr.Dinkelacker,Metrologe, Dr.Bissinger,später Werksarzt D.B und Fliegerarzt. Ungewiss Karl Schumacher, Kaufmann und Vorstand des Fliegersturms Sifi-BB und nach dem Krieg Vorstand des Flugsportvereins Sifi

 

  • 12. März 1925 Zugspitzflug mit Udet –

Fotoserie (Stadtarchiv Böblingen-Sammlung Todt)

 

  • 1926 Februar/März Alpenflug Langsdorff/Guritzer

Dieser „Propagandaflug“ wurde mit Flugzeugführer Guritzer am Steuer und Werner von Langsdorff als Fluggast vom Flugplatz Böblingen aus nach Budapest durchgeführt. Nach der Überquerung des Großglockners war Zwischenlandung in Wien-Aspern, wo ihnen ein feierlicher Empfang bereitet wurde. Hanns Klemm mußte nach Wien reisen und sprach mit Vertretern der Wirtschaft.

Berichte darüber erschienen im In-und Ausland. Werner von Langsdorff schrieb das Buch „Der 19 PS-Flug über die Alpen“. Er war übrigens ein begeisterter Anhänger von der Idee des Leichtflugzeugbaus und mit seinen Berichten in der nationalen und internationalen Presse darüber einer der wichtigsten Wegbereiter für den Erfolg der Klemm-Flugzeuge.

Werner v. Langsdorff  „Flieger und was sie erlebten“ 1935

1926: „Leichtflugzeuge sind lediglich Schönwetterflugzeuge!“ schrieb eine Fachzeit-schrift und gab damit eigentlich eine fast allgemeingeltende Ansicht wieder.  Das Gegegnteil zu beweisen, machten sich Hans Guritzer und ich im Februar auf den Weg von Stuttgart nach Budapest und zurück auf dem 19 PS-Daimler-L 20 Tiefdecker von Klemm. Die überfliegung der winterlichen Hochalpen mit einem so schwachmotori- gen Zweisitzer war noch nicht dagewesen und veranlaßte eine große Wiener Zeitung zu folgenden Ausführungen ihres „Sachverständigen“: In majestätischem Fluge haben die kühnen Piloten die winterlichen Hochalpen traversiert. In imponierender Form haben sie die Leistungsfähigkeit dieses Kleinautos der Lüfte demonstriert. Wenn bei ihrer Landung in Aspern die Offiziellen der Regierung und Fachwelt und die zahlrei- chen Vetrter der Presse ihrer Bewunderungfür die noch nie dagewesene Flugleistung bei den schnurrenden Kurbeln der Filmleute spontanen Ausdruck gaben, so darf man doch nicht vergessen, daß den Piloten tatsächlich ein außergewöhnlich zuverlässiges Flugzeug zur Verfühung stand, das ein derartiges Unternehmen zum wahren Vergnügen werden läßt.“

Daher ein paar Rosinen dieses „wahren Vergnügens“: Dreiviertel Stunden nach dem Abflug war der erste Motor hin. Gehäuse gerissen. Neuer Motor.- Am gleichen Abend saßen wir auf einem Sportplatz vor Augsburg.- Beim ersten Versuch, die Hohen Tauern zu überfliegen, setzte uns im Föhnsturm der Motor aus. Dicht an schroffen Wänden riß uns ein Fallwind in wenigen sekundn aus Gletscherhöh ins Tal hinunter, Neuer Motor.- Beim nächsten Versuch blieb über dem Pasterengletscher am Großglockner der Propeller wieder stehen. Es klappte soeben noch. Kerzenschaden. Guritzer erzählt davon .

Auf dem Weg nach Wien zischten wir ein paar Tage später notlandenweise unter unter Hochspannung  durch und standen erst wenige Meter vor einer Wand. – Ein andermal konnten wir nur durch so tiefe Steilkurve noch auf eine schmale Wiese gelangen, daß wir uns den rechten Flächenbügel am Erdboden abrissen. Ventilbruch.—  Als der Vogel einmal soeben vor einem Fabriktor zum Stehen kam, wurden wir gefragt, ob wir in Damenstrümpfen reisten. Dies war nicht der Fall, aber wir standen vor einer Strumpffabrik. Ventilschaden.– Dann wieder mal glatte Notlandung im Schnee. Ich sprang heraus. Kancks! Bis über die Füße im Wasser. Guritzer sagte beim Losschnallen vorwurfsvoll-überlegen: „Ein bissel tät ich freilich schon Obacht geben, wo ich hinspringen tät!“ Im nächsten Augenblick gab es wieder einen Knacks und Guritzer war auf einmal nicht größer wie die Dame ohne Unterleib. Naß bis über die Hüften, aber garnicht mehr überlegen, half er eifrig unser Flugzeug aus dem dünnvereisten Sumpf herauszuschieben.

Nebel über Ungarn. Wir mußten hineintauchen. Eigentlich mußte da unten der Flugplatz liegen. Statt dessen: Häuser, Bäume! Vollgas! Wieder hoch. Dann zweite Stichprobe; Lange garnichts, dann links ein schwarzer würfel, sehr dicht. Jetztauch rechts. Großstadtstraße? – Vollgas! – Dritte Stichprobe: Dächer, Dächer Dächer, – tiefe Höfe! – Und so weitee. Hört sich einfach an, ist aber weniger gemütlich, wenn man schon viele Notlandungen mit diesem  Zweizylindermotor hinter sich hat. Man erlebt dann dieschönsten Bewußtseinsspaltungen, peilt genau nach Hindernissen und zählt dabei noch alle Fehlerquellen zusammen, die einen bisher schon einmal zur Landung gezwungen haben.

Alpenflug 1926 Hans Guritzer, Hanns Klemm u. Werner von Langsdorff (HdG)_cut
Hans Gurlitzer, Hanns Klemm und Werner von Langsdorff in Böblingen  (HdG)

Route

Flugeug

Transport

Landung in Zellersee

Start vom Zellersee

Landung in Villach (Alpen-Zeitung)

Landung in Villach (Salzburger Nachrichten)

in Böblingen

 

  • 31.März 1927 Belastungsprüfung und Abnahme

Klemm-Daimler L20 Belastung
Klemm-Daimler L20 D-978 Abnahme (3)

  • 22.Feruar 1928 Zugspitzflug mit Ernst Udet

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Weitere Fotos

1 Klemm-Daimler L20 Daimler SindelfingenDaimler-Werk im Hintergrund
Flugzeug, Daimler-Klemm L 27Hanns Klemm und Martin Schrenck (Daimler-Konzernarchiv)

Daimler-Klemm L20 Transport (Daimler-Konzernarchiv 2001M79)

Daimler-Klemm L20 Transport (Daimler-Konzernarchiv 73747)

1 Klemm-Daimler L20 (3)Überlandflug
1 Klemm-Daimler L20 (9)Prototyp
Daimler-Klemm L20 Prototyp zweisitzig WinterPrototyp im Winter
1 Klemm-Daimler L20 Betanken mit der Gießkanne (HdG)Betankung (HdG)
1 Klemm-Daimler L20 D-977 Klettermaxe„Klettermaxe“ im FlugKLemm L20 Ans_05513-040-AL-FL(ETH)
 
Klemm-Daimler L20 D-978 Böblingen (2)

wunderschöner Blick auf Böblingen

Daimler-Klemm L20 D-1363Daimler-Klemm L20 D-1393Flugplatz Böblingen
Daimler-Klemm L20 D-1395 Flugplatz DillingenFlugplatz Dillingen
1 Klemm-Daimler L20 D-1466 auf einem Feld bei Hechingen (HdG)auf einem Feld bei Hechingen (HdG)

 

1 Daimler Klemm L20 (Todt)

Daimler-Klemm L20 CH-223 St.Moritz bei Grand Hotel (Ans_08718-085-AL)

Vermutlich in St. MoritzKlemm L20 CH-223 St. Moritz (Ans_08718-002-AL)
Vermutlich in St. MoritzKlemm KL 20 CH-223 St.Motitz (Ans_08718-003-AL)
Fokker F. VII a, CH-157 und Klemm L-20, CH-223 am Boden auf demKlemm KL 20 CH-223 S. Moritz (Ans_08718-003-AL)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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