Bastié, Maryse

…feierte mit ihrer Klemm KL25 „Trotinette“ internationale Erfolge

Maryse Bastié (2)* 27.Februar 1898; † 15. Juli 1952

Maryse Bastié, gebürtige Marie-Louise Bombec, kam als eines von acht Kindern der armen Eheleute Joseph Bombec und Céline Filhollaud in Limoges auf die Welt. Nach dem Verlas- sen der Schule arbeitete sie in einer Schuhfabrik. Am 11. Februar 1915 heiratete sie den Porzellanmaler Baptiste Gourinchas, von dem sie später geschieden wurde.

Am 22. Mai 1922 schloss Maryse Gourinchas ihre zweite Ehe mit dem entlassenen Flieger-leutnant Louis Bastié (1897–1926), mit dem sie zunächst ein Schuhgeschäft führte. Später wurde ihr Mann Testpilot in Bordeaux-Merignac. Er stürzte im Oktober 1926 während ei- nes Probefluges vor ihren Augen tödlich ab. Durch ihren Gatten begeisterte sich auch Maryse Bastié für die Fliegerei. 1925 erwarb sie den Pilotenschein und 1928 den Führer-schein für Passagierflugzeuge. Am 1.April 1930 kaufte sie sich eine Klemm KL25 und nannte sie „Trottinette“ („Radelrutsch“).

1929 wollte Maryse Bastié den Weltrekord im Dauerflug brechen, doch die in Russland geborene und in Frankreich lebende Pilotin Lena Bernstein (1906–1932) blieb kurz darauf noch länger mit ihrer Maschine in der Luft als sie. 1930 erkämpfte sich Maryse in 22 Stunden und 40 Minuten mit ihrem 40 PS starken deutschen Leichtflugzeug des Typs „Klemm KL25“ die Urkunde für den „Internationalen Rekord in geschlossener Bahn“. Im September 1930 triumphierte sie über Lena Bernstein, als sie mit ihrem Klemm KL25  ohne zu tanken 37 Stunden und 55 Minuten flog und damit den „Internationalen Dauerrekord für Einsitzer“ aufstellte.

1930-09-02 Klemm KL25Bastie Klemm KL251930 Maryse Bastié Klemm-TrotinetteAm 28. Juni 1931 startete sie zu ihrem ersten Langstreckenflug, der sie in einer 40-PS-Caudron von Paris über den Norden Frankreichs und Deutschland nach Russland führte. Ohne Zwischenlandung erreichte sie Urino bei Nischni Nowgorod, was der Nonstop-Langstrecken-Weltrekord für Frauen war und den absoluten Weltrekord für Kleinflug- zeuge bedeutete.

Klemm Maryese Bastie (Aeroplane July 15th 1931)Das machte sie so bekannt, dass sie zukünftig von der Fliegerei und den Werbeeinnahmen leben konnte. 1932 verlieh ihr die „Internationale Flieger-Liga“ den offiziellen Weltmeistertitel für Frauen.  In den 1930er Jahren stellte sie acht Weltrekorde auf. Von ihren Landsleuten wurde die Rekordfliegerin Dauerläuferin am Firmament, Sprinterin der Lüfte oder unser Himmels-Trumpf genannt.

Im Jahr 1934 flog sie als erste Frau Paris-Tokio hin und zurück. Nachdem Jean Batten, die Neuseeländerin, als erste Frau den südlichen Atlantik überflog, wollte Bastié dieselbe Stre- cke in besserer Zeit fliegen.

Maryse Bastié krönte ihre fliegerische Leistung im Dezember 1936, als sie durch Nebel und Wetterwolken von Dakar in Westafrika über den Südatlantik nach Natal in Brasilien flog. Dabei war sie zwölf Stunden 5 Minute mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 260 km/h unterwegs, wobei sie ihre Konkurrentin um eine gute Stunde unterbot.. Für diesen Ozeanflug hatte ihr der französische Luftfahrtminister die „Caudron Simoun“ zur Verfügung gestellt.

CAUDRON_F_BDXNNach der triumphalen Heimkehr verlieh er ihr 1937 den Titel eines Offiziers der Ehrenlegion. Im Sommer 1937 flog Maryse zusammen mit einer Pilotin namens Tillier von Paris nach Krasnojarsk und zurück.

Ihren Lebensunterhalt verdiente Maryse Bastié zunächst als Testpilotin bei einer franzö-sischen Flugzeugbaufirma, später betrieb sie eine eigene Pilotenschule. In den 1930er Jahren arbeitete sie als Verkaufsdirektorin bei einem Motoren- und Flugzeughersteller. Im Zweiten Weltkrieg diente Bastié in der französischen Luftwaffe (Versorgungsstaffel) unter General de Gaulle. Die tüchtige Pilotin, die ihr Leben lang ohne schwere Unfälle flog, kam 1952 als Passagierin bei einem Flugzeugabsturz mit einer Nord-Atlas ums Leben.

NORD_ATLAS

inauguration_stèle

Werbeanzeigen