Kalkstein, Helmut

* 10.09.1912 Warchallen/Ostpreußen          + 05.07.1939 Böblingen

Kalkstein (Haverland)

  • Oberrealschule Mohrungen/Ostpreußen
  • 2 jährige Ausbildung Segelschulschiff Deutschland
  • 1934 Ausbildung bei der Luftwaffe, Jagdflieger und Leutnant der Reserve
  • November 1935 Chefpilot Klemm-Werke Böblingen

Erstmals bekannt wurde Helmut Kalkstein als 24-jähriger beim Sternflug zur Olympiade 1936 nach Berlin, wo er unter 180 Teilnehmern den 3.Platz belegte. Anschließend hatte er viele Einsätze in ganz Europa, u.a. in Rumänien, Bulgarien, Schweiz, Schweden und Finnland. Bei vielen Auftritten in Norwegen begeisterte Kalkstein 1937 und 1938 die Zuschauer. Bei den Kunstflugmeisterschaften der Niederlande 1937 belegte er den 2. Platz.  Aufsehen erregte auch sein Flug unter einem Bogen der Kölner Rheinbrücke. Ernst Udet ließ von seinen Kunstflügen einen Film drehen, der ins Luftfahrtministerium kam.

KLemm KL35 D-EPIU Kalkstein Voy 1938-09

 

Mit einer Klemm W-Kl 35 mit 160 PS-Hirth Motor stellte Kalkstein am 11.September 1938 in Konstanz in der Leichtflugklasse bis zu 6,5 L iter fünf Weltrekorde auf.

Die Weltrekorde im Einzelnen:

  • Messstrecke 100 Kilometer einsitzig Durchschnittsgeschwindigkeit 228,7 km/h
  • Messstrecke 100 Kilometer zweisitzig 228,7 km/h
  • Messstrecke 1.000 Kilometer einsitzig 227,8 km/h
  • Höhenrekord 7000 Meter einsitzig geflogen
  • Höhenrekord 5600 Meter zweisitzig

Voy, Klemm und Kalkstein vor der Weltrekordmaschine Klemm KL 35

Böblingen Kalkstein Weltrekorde

Kalkstein am Steuer der Weltrekordmaschine Klemm KL 35. Gotthilf Frey als Bodeningenieur gibt eine letzte Einweisung.

Am 18.Oktober 1938 kam ein weiterer internationaler Höhenrekord von 8.359 m dazu:

 

 

Weitere Fotos

Kalkstein
Kalkstein und Voy
Kalkstein und Voy im Gespräch vor einer WL35 1939 (HdG)
Kalkstein Reporter (Haverland)Kalkstein mit Reporter (Haverlnad)

Ein Bericht über Helmut Kalkstein auf einer polnischen homepage. (polnisch und mit Google Translator ins Deutsche übersetzt)

Tödlich verunglückt

Am 05.Juli 1939 unternahm Helmut Kalkstein den Erstflug mit einer Klemm KL 105 V1  (D-EXKL), ein freitragender Tiefdecker in Ganzholz-Teilschalen-Bauweise mit starrem Normalfahrwerk.

Außerdem waren noch Landeklappen eingebaut. Die Zwei-Mann-Besatzung saß neben-einander in einer geschlossenen Kabine. Als Antrieb diente ein Hirth HM 500-Vier- zylinderreihenmotor mit 105 PS.  Durch Tragflächenbruch auf Grund eines Material- fehlers stürzte die Maschine in Sindelfingen bei der Riethmühle ab. Der Fallschirm von Helmut Kalkstein öffnete sich zwar noch, er kam aber nicht von der Kabine frei und so verlor er sein Leben.

Karl Voy an einer Absturzstelle

Absturzstelle mit Karl Voy, einem seiner besten Freunde. Links die Schwester des Verunglückten. 

Helmut Kalkstein, bei seinem Absturz gerade einmal 26jährig, stand eine glänzende Karriere bevor. Aus der großen Zahl der Nachrufe, die Kalkstein gewidmet wurden, hier der des norwegischen Aero-Klubs, dessen Ehrenmitglied er war.

Ein Bericht über Vorführungen in Norwegen 1937 und 1938  (Holpriges Deutsch, da mit Google Translator aus dem Norwegischen übersetzt)

Kalkstein 00 Flystevner på Værnes4 - Veranstaltung 1937

Kalkstein 00 Flystevner på Værnes4 FlugKalkstein 00 Flystevner på Værnes5

Weitere Berichte über seinen Absturz

Zeitung?

Sindelfinger Zeitung 4.7.1939
Sindelfinger Zeitung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Kalkstein Trauerfeier BB 1939-07-08 (3)Trauerfeier in Böblingen
Kalkstein Trauerfeier BBTrauerfeier in Böblingen
Kalkstein Trauerfeier BB 1939-07-08 (4)_Trauerfeier in Böblingen
Trauerfeier in Böblingen -Transport nach Stuttgart-Pragfriedhof zur Einäscherung
Stuttgart-Pragfriedhof – Einäscherung
Kalkstein Einäschrung Pragfriedhof (2)Stuttgart-Pragfriedhof

Die Urnenbeisetzung fand seinem testamentarischen Wunsche entsprechend am 05.08.1939  in seinem Geburtsort Brückendorf in Ostpreußen statt.

Kalkstein Grab Ostpreußen (Haverland 141)Grab in Ostpreußen (Haverland)

Im Gedenken an den 40.Todestag veröffentlichte Kalksteins Schwester Helene 1979 im Ostpreußenblatt folgenden Artikel:

1979_07_07_27 Seite 11 Kalkstein_Artikel

Gedenkstätte an der Unglücksstelle nahe Riethmühle (Sindelfingen)
141 Kalkstein Gedenkkreuz (Haverland)Die Gedenkstätte Mitte 50erJahre (Haverland)
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Eine Antwort zu Kalkstein, Helmut

  1. Margund Haverland schreibt:

    Heute vor 75 Jahren verunglückte mein Vater Helmut Kalkstein in Böblingen tödlich. Der große Beitrag über ihn hat mich sehr bewegt.
    Margund Haverland geb. Kalkstein

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