Voy, Karl

…. Einflieger und Chefpilot bei Klemm

* 31.03.1909  Augsburg   +1991

Im Jahre 1929 vermittelte sein Schwager Carl Bucher, Ingenieur bei Messerschmitt,  Voy dort eine Anstellung als Monteur. Nachdem die Firma 1932 in Konkurs ging, machte Voy seine Meisterprüfung als Mechaniker. 1933 holte Bucher, der inzwischen zu Klemm gewechselt war, Voy nach. Dort bekam er eine Anstellung als Startmeister. Ein Jahr später machte Voy eine Ausbildung zun Motorflieger, und nahm an zahlreichen Rund-und Deutschlandflügen teil. Auf Grund seiner hervorragenden Leistungen durfte er auf Kosten der Firma einen Kurs für den Flugzeug-Führerschein machen. Fluglehrer war der damalige Chefpilot der Klemmwerke Marczinski. Im Mäz 1935 erhielt er schließlich seinen Flugzeugschein. Im Spätsommer stürzte des gleichen Jahres stürzte Marczinski tödlich ab, Peter Kalkstein wurde sein Nachfolger, Voy Einflieger. Zusammen mit Peter Kalkstein wurde er 1936 Gewinner des Olympia Sternflugs nach Berlin. Ein Beispiel für die zahlreichen Teilnahmen an Veranstaltungen:

Der „Sternflug für Sportflieger mit eigenem Fluggerät“, der vom 23. bis 27. 6.1937 parallel mit dem Deutschlandflug 1937 stattfand, waren 21 Bewerber am Start, von denen 13 den Flug beendeten. Voy und Taxis belegten dabei den ersten Platz

  • 1. Verband P 16 Taxis-Voy, Stuttgart (Klemm KI 35) 222 Pkte
  • 2. Verband P 15 Eisleben-Cohenschauer, Hamburg (Klemm L 26 a II) . . 194 Pkte
  • 3.Verband P 5 Vogel-Seibert, Hersbruck (M 23) . . 192 Pkt

Deutschlandflug 1937 – Sieger links Taxis, rechts Voy

Deutschlandflug 1937 Sieger Sternflug vl. Taxis, Kettenführer Wurst,Voy

Bei den Weltrekord-Flügen 1939 auf dem Bodensee mit der WL35 flog Voy bei den zweisitzigen Flügen mit.

Karl Voy, Hanns Klemm, Helmut Kalkstein vor der Weltrekordmaschine W KL35

Karl Voy vorn in der Weltrekordmaschine
Voy und Kalkstein
Voy und Kalkstein im Gespräch vor einer WL35 1939 (HdG)
Voy und Kalkstein

Im gleichen Jahr stürzt Peter Kalkstein beim Erstflug mit einer Klemm Kl 107, V1 tödlich ab. Perlia wird vom RLM als Einflieger zugewiesen. Im November wird Karl Voy Chefpilot.  In der Folgezeit einige Überführungsflüge von Kl35-Maschinen, u. a. auch nach Rumänien. Einfliegen der beiden Prototypen KL107 und KL151 bis zur Abnahme RLM. Der Erstflug der KL151  V1 mit dem Stammkennzeichen TB+QK war am 10.September 1942 in Böblingen.

Raketenjäger Me 163

Ende 1942 kam für Karl Voy eine neue Herausforderung.

Im späten Frühjahr 1943 wurden von Messerschmitt die Produktionspläne für  die Messerschmitt Me 163 ud Me 262 erneut angepasst, da sich aus dem mangelnden Fortschritt und bei den Flugerprobungen und dem Mangel an Arbeitskräften Verzögerungen ergaben.  Das RLM hatte schon vorher entschieden, die freien Kapazitäten im Böblinger Werk für die Produktion der Me 163 zu nutzen. Daraufhin war Voy schon 1942/1943 zusammen mit Hanna Reitsch auf einem Kurs in Bad Zwischenahn.

Karl Voy mit Hanna  Reitsch und anderen Teilnehmern beim Schulungs-Kurs in Bad Zwischenahn 1942/1943

Es kam zu einer formellen Vereinbarung zwischen den beiden Unternehmen, dass Klemm die Endmontage ab einer bestimmten Vorserien-Nr. in Lechfeld übernahm.  Klemm mußte 30 Flugzeuge pro Monat produzieren. Es ergaben sich aber durch technische Veränderungen weitere Verzögerungen.  Deshalb kehrte Voy kurz nach Böblingen zurück. Bis zur Fertigstellung der bei Klemm gebauten Me 163 wurde der alte Flugbetrieb weitergeführt. Anfang März 1944 wurde das Einfliegen in Lechfeld nur für 10 Tage fortgesetzt, da der Platz nach einer Bombardierung geräumt werden mußte.

Inzwischen war die KL151 fertig, die Voy einfliegen konnte.

Nachdem das Erprobungskomando 16 von Lechfeld nach Wittmundhafen umzog, führte Karl Voy Abnahmetests aus, bevor die Flugzeuge  direkt an die 1.Staffel des Jagdgeschwaders 400 übergeben wurden. In den Aufzeichnungen sind vom 18.April bis zum 26.Mai 1944 sind 56 Flüge mit 14 verschiedenen Maschinen verzeichnet. Ende Mai wurde auch Wittmundhafen angegriffen und zerstört.

Daraufhin mußte im Juni 1944 wurde die Endmontage und Prüfung nach Jesau bei Königsberg verlegt werden. Dort zwang ein Triebwerksbrand Voy einmal, mit dem Fallschirm aus 3000 m abzuspringen. Die russischen Kampfverbände rückten im Juli 1944 immer näher.

So siedelte man am 1.August 1944 nach Orienburg um, 20 km nördlich von Berlin.

Bei einem Testflug geriet eine Me 163 außer Kontrolle und Voy mußte zum 2.Mal mit dem Fallschirm abspringen, verletze sich und die Maschine zerschellte am Boden.

Ende Januar 1945 standen die Russen 50 km vor Oranienburg, die letzten Me 163 wurden noch frontfertig gemacht. Aus Böblingen kam der Befehl zurückzukehren, um neue Aufgaben zu übernehmen.  Die weiteren Monate nach privaten Aufzeichung en von Karl Voy in Das Ende von Klemm

Nach dem Krieg versuchten die Amerikaner Karl Voy für Testversuche mit dem Raketen-antrieb in die USA zu holen, er lehnte ab und fand eine Anstellung beim Daimler in Sindelfingen.

Im Sommer 1956  flog Voy den in Nabern gebauten Prototyp der Kl 107, der nach Überarbeitung der über den Zusammenbruch durch Bölkow geretteten Pläne.

Ebenso flog Voy das von Schempp-Hirth gebaute Motorflugzeug Milan. Weitere Erprobungsflüge mit der Spezial KL35 von Wolf Hirth. Zulassung für Kunstflug, und der Möve von Heini Ditmar. Vor und nach dem Krieg Teilnahme als Kunstflieger bei Flugtagen im In-und Ausland.

Carl Bucher, Karl Voy, Hanns-Jürgen Klemm 1957

Karl Voy starb 1991 . Das Grab mit seiner ersten und zweiten Frau auf dem „Alten Friedhof“ in Böblingen.

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