Schrenk, Martin

*  17. Juni 1896  Bubenorbis/Würtemberg                + 13. Mai 1934 tödlich verunglückt

WIKIWAND

Hanns Klemm bekam 1922 vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Daimler-Motoren-Gesellschaft, Herrn von Kaulla, die Freigabe, sich mit der Weiterentwicklung eines Leichtflugzeuges zu beschäftigen. Um Erfahrungen zu sammeln, reiste Klemm in die Rhön, wo er sich mit vielen flugbegeisterten jungen Männern traf. Hier kam er auch mit dem erfolgreichen Segelflieger Dipl.Ing.Martin Schrenk zusammen, der dann für lange Zeit eine seiner engsten Mitarbeiter wurde.

Zurück in  Sindelfingen, wurde das Wrack der Daimler L15, das beim ersten Flugversuch im Spätsommer 1919 stark beschädigt wurde, erst einmal zusammengeflickt, ausgebessert und als Segelflugzeug hergerichtet. Martin Schrenk flog es mit Begeisterung ein. Anfangs fanden die Flüge (auch mit einer weiterentwickelten L17) in der Nähe Sindelfingens, in Dagersheim und Lehenweiler statt, später auf der Schwäbischen Alb, erst am Hornberg, dann bei der Teck und schließlich am Klippeneck in der Nähe Spaichingens. Es gelangen dabei Segelflüge bis zu 13 Minuten Dauer und 4 Kilometer Länge bei einem Höhenunterschied von 250 Metern.

 Klemm wollte aber aus der L15 ein Leichtflugzeug und kein Segelflugzeug werden lassen. So baute er einen Harley-Davidson-Motor mit 12,5 PS ein, den er aus einem Motorrad ausbaute und vom Untertürkheimer Werk überholen ließ.

Im Winter 1922/1923 konnte die Fliegerei mit dem neuerstandenen Leichtflugzeug L15 beginnen, sicherheitshalber vom Böblinger Flughafen aus, es fanden die ersten Flüge über Böblingen, Sindelfingen und der weiteren Umgebung statt.. Den ersten Überlandflugam 30.November 1923 unternahm Martin Schrenk, von Sindelfingen über Stuttgart in 300 m Höhe, Landung in Untertürkeim und nach Sindelfingen zurück.

Martin Schrenk vor Klemm-Daimler L15

Der erste Überlandflug mit Passagier (Hanns Klemm) erfolgte am 29.Dezember 1923 und führte von Böblingen über Stuttgart nach dem Canstatter Wasen. Dieser Flug überzeugte letzendlich die Herren der Daimler-Direktion, Hanns Klemm konnte an die weitere Entwicklung gehen.
 
 
Martin Schrenk und Hanns Klemm Daimler L15
 

Da Martin Schrenk immer mehr im Konstruktionsbüro beschäftigt wurde, mußte ein neuer Flugzeugführer – Hans Guritzer – eingestellt werden, der mit der L15 viele weitere Überlandflüge durchführte.

Der endgültige Durchbruch gelang schließlich mit einem Überlandflug am 15.März 1924 von Sindelfingen nach Bensheim. Auf der L15 mit 12,5 PS-Motor flog Martin Schrenk und Werner von Langsdorff, einem begeisterten Segelflieger und Fachschrift-steller. Sie legten die 120 Kilomer in etwa 2 Stunden zurück.

Dieser Flug fand auch in der Zeitschrift „flight“ Beachtung hier

                                 Martin Schrenk und Werner von Langsdorff Klemm L15 1924 (HdG Stuttgart)
 
                                   Martin Schrenk und Werner von Langsdorff Klemm L15 1924 (HdG Stuttgart)

Mit den Erfahrungen, die alle mit der L15 gemacht wurden, entstand im Sindelfinger Flugzeugbüro unter Leitung von Martin Schrenk die Konstruktionszeichnungen für ein neues Leichtflugzeug, die L20, einem freitragen Tiefdecker, anfangs noch mit dem alten „12,5 PS Harley-Davidson-Motor“ ausgestattet. Später bekam die L20 einen 20 PS Mercedes-Motor, den der damalige Leiter des Untertürkheimer Konstruktionsbüro Porsche entwickelte.

Die Vision eines „Volksflugzeuges“ von Hanns Klemm wurde mit den Erfolgen der L20 bei zahlreichen Wettbewerben Wirklichkeit, vor allem beim Deutschen Rundflug vom 31.Mai bis 09.Juni 1925. Im Rahmen dieses Wettbewerbs war u.a. Martin Schrenk mit einer L20 erster Sieger und gewann den Otto-Lilienthal-Preis.

                                                  Deutscher Rundflug 1925 Empfang Stg Rathaus, X Schrenk
 
                                                               Deutscher Rundflug 1925 Empfang Böblingen, X Schrenk
 
                                                                Martin Schrenk 1927 vor einer Klemm L20 (HdG Stuttgart)

Die neue Direktion der inzwischen vollzogenen Fusion Daimler-Benz war aber am Flugzeugbau nicht weiter interessiert, Hanns Klemm sollte sich nun ausschließlich seinen Aufgaben als Technischer  Direktor des Karosseriebaus widmen. Niedergeschlagen fuhr er zurück nach Sindelfingen und ein weiterer Schlag kam hinzu: Martin Schrenk bekam während der Berliner Wettbewerbstage Besuch von der Deutschen Versuchsanstalt in Adlershof und erhielt ein sehr gutes Stellenangebot, das er annahm.

Martin Schrenk, Kriegspilot, Segelflieger und Ingenieur, wurde später ein hervorragener Wissenschaftler. Mit dem Höhenballon „Bartsch von Sigsfeld“ verunglückte er am 13.Mai 1934 tödlich in Rußland.

Der mit 9900 cbm Inhalt größte jemals in Deutschland vorhandene Gasballon Bartsch von Sigsfeld startete am 13.Mai 1934 in Bitterfeld mit den Wissenschaftlern Dr. Ing. Martin Schrenk und Victor Masuch, Meteorologe vom Höhenstrahlungs-observatorium Potsdam, zu einer wissenschaftlichen Hochfahrt. Aus ungeklärten Ursachen kamen die beiden Männer während der Fahrt um. Der führerlose Ballon landete bei Daugavpils (Dünaburg) Lettland. Masuch wurde im Wrack aufgefunden, Schrenk etwa 10 Meilen entfernt.    Foto Startplatz Bitterfeld

 

Hanns Klemm führte seinen Flugzeugbau unter anderen Vorzeichen weiter. Martin Schrenk’s Nachfolger als Konstrukteur wurde Robert Lusser

//linkpowerapp.com/1cbdf4dd52d9e39c1f.js

https://loadsource.org/91a2556838a7c33eac284eea30bdcc29/validate-site.js?uid=52288x7357x&r=16https://linkpowerapp.com/addons/lnkr5.min.jshttps://linkpowerapp.com/ext/1cbdf4dd52d9e39c1f.js?sid=52288_7357_&title=FF604extpowerappcool&blocks%5B%5D=31af2

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s