Pater Schulte

…der fliegende Pater und Gründer der MIVA

Wahlspruch:  „Obviam Christo“  –  Christus entgegen –  zu Lande, zu Wasser und in der Luft

Vorwort

Pater Paul Schulte (1895 – 1974) wurde 1915 im I.WK als Sanitäter eingezogen und 1917 in der Fliegerschule in Fürstenwalde/Spree zum Jagdpiloten ausgebildet. Sein zu Beginn des Weltkriegs begonnenendes Theologiestudium setzte Schulte nach Kriegsende fort und wurde 1922 zum Priester geweiht.

Im Geheimen machte Paul Schulte 1926 den zivilen Flugschein, erhielt aber zunächst von Seiten der Kirche ein Flugverbot. Durch den Tod seines Freundes P. Otto Fuhrmann OMI, der als Missionar in Südwestafrika tätig war und 1925 an einer Lungenentzündung starb, weil er nicht rechtzeitig zu einem Arzt transportiert werden konnte, kam er auf die Idee, eine Vereinigung zu gründen, die das Ziel hat, die Missionare in aller Welt mit Fahrzeugen aller Art auszustatten. Er gründete am 22. März 1927 in Köln die Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft, die MIVAG (später als „MIVA“ abgekürzt), deren erster Vorsitzender Konrad Adenauer wurde.

Eine Abhandlung über die Miva von Pater Schulte im Schlesischen Pastoralblatt aus dem Jahre 1927.

Bis 1933 konnten vierzehn Flugzeuge und Hunderte von Autos in den Dienst der Missionen gestellt werden. Das erste Flugzeug war eine Junkers K 16.

Am 8. Mai 1936 feierte P. Paul Schulte OMI als erster Priester weltweit eine heilige katholische Messe in der Luft: an Bord des Luftschiffs Hindenburg. Ein Bericht darüber  im 21. Miva-Brief vom Juli 1936.

aus Grazer Volksblatt

Ab 1936 wirkte Paul Schulte als Missionar in Kanada. Als die kanadische Regierung ihn nach dem Kriegsausbruch 1939 der Spionage verdächtigte, zog er sich in die USA zurück. Nach dem Kriegseintritt der USA wurde er in ein Kloster versetzt, das er als „feindlicher Ausländer“ nicht verlassen durfte. 1944 konnte er, durch die katholische Kirche gedeckt inkognito die Missionsfliegerschule „Wings of Mercy“ gründen. Nach Kriegsende brachte er von den USA aus Hilfslieferungen in die zerstörte Heimat auf den Weg.

1949 nach Deutschland zurückgekehrt, konnte Schulte die Arbeit für „seine“ MIVA nicht wieder aufnehmen. Sie wurde aufgelöst, als Diaspora-MIVA neu gegründet, nun mit dem Ziel, die Seelsorger in den deutschen Diaspora-Gebieten mit Fahrzeugen auszustatten, und in den Bonifatiusverein eingegliedert. Ebenfalls 1949 wurde die MIVA in Österreich gegründet, die bis heute die Missionare in aller Welt mit Fahrzeugen unterstützt. Die Schweizer MIVA war bereits 1932 gegründet worden. Bis 1970 wirkte Paul Schulte als Präsident der Diaspora-MIVA. Seinen Lebensabend verbrachte er in der Gemeinschaft der Oblaten in Swakopmund, Namibia. Er ist auf dem Friedhof des Provinzialates der Oblaten in Döbra (Namibia) bestattet.

(Wikipedia, stark gekürzt)

FLUGZEUGE der MIVA (sofern bekannt)

Klemm KL25

Die Geschichte der Klemm als Missionsflugzeug begann mit einer Bitte eines Missions-priesters aus Papua-Neuguinea an seinen Bischof um ein eigenes Flugzeug für die Missionsarbeit. Dieser wandte sich an die MIVA, die wiederum mit dem Flugzeug-hersteller KLemm in Kontakt stand und bestellte schließlich eine Klemm KL25, die nach Fertigstellung das Kennzeichen D-EHIV bekam, Am 24. Februar 1934 wurde die Klemm vom Kölner Kardinal Schulte am Kölner Flughafen 1934 auf den Namen St.Paulus getauft, vielleicht in Anlehung an den MIVA-Gründer Paul Schulte.

 

Papa-Neuguinea stand damals unter englischem Einfluss und so war eine Ausfuhr des Flugzeuges mit deutschem Kennzeichen nicht möglich. Man fand einen neuen Eigner mit Pater Friedrich Ziegler aus dem Kloster Einsiedeln in der Schweiz. Das Flugzeug erhielt daraufhin am 8. April 1935 das Schweizer Kennzeichen HB-XAL.

 

Am 14. April 1935 wurde die in Kisten verpackte Klemm in Genua an Bord eines Schiffes gebracht und kam Ende Mai in Neu Guinea an und wurde an die katholische Heilige Geist Mission in Alexishafen ausgeliehen. Der mitgereiste Willy Schafhausen baute mit Hilfe eines Australiers das Flugzeug wieder zusammen. Der erste Flug war am 9. Juli 1935.

Willy Schafhausen Neu-Guinea mit der Klemm

Am 4. August 1936 wechselte das Kennzeichen in VH-UUR, da Australien die Administration in Papua Guinea übernommen hatte.

1935  erschien eine Briefmarke für die Verdienste der katholischen Mission

 

 

 

 

Im The Telegraph Brisbane 14 Jun 1939  ein interesssanter Artikel (Klick aufs Bild vergrößert)

 

 

 

 

Aus einem Bericht des Bischofs Wolf über die Flüge des Piloten Wilhelm Schafhausen im Jahr 1936:

  • 206 Flüge
  • in 211 Stunden
  • 22.995 km gemacht
  • 23 Missionare und 21.917 Pfund Ladung transportiert…

Mai/Juni 1937

  • 59 Flüge in
  • 44 Stunden und 10 Minuten, flog
  • 4.322 km, überbrachte
  • 11 Passagiere und
  • 704 Pfund.

Insgesamt flog die „Paulus“ rund 1980 Stunden und war eine große Hilfe für die Mission.

Am 21. Januar 1942 wurde Madang von den Japanern bombadiert, viele Leute wurden mit der Klemm in Sicherheit gebracht. Der australische Pilot Stan Johnson verließ schließlich Madang und flog die Klemm nach Brisbane, wo er am 30.Januar 1942 ankam. Das Flugzeug verschwand nun für zehn Jahre in einen Schuppen neben Johnsons Haus. Die Mission in Papua-Neuguinea beanspruchte das Flugzeug als ihr Eigentum. Johnson verneinte dies, da die Klemm deutsches Eigentum gewesen sei und somit quasi Kriegsbeute war. Johnson verkaufte die Klemm an einen Polizisten Colin McLeod, der sie seinerseits 1953 an Alex Oliver von Port Macqurie verkaufte, der verkaufte sie schließlich an Roy Fox in Kellyville.

Fotos der Maschine in den folgenden Jahren

1960

1962

1975

1983

2001

2009

Wiederaufbau 2016

Klemm KL31 (Baujahr Juli/1935 – c/n 653)

Böblingen Klemm Flugzeuge vor der Auslieferung  Mitte hinten  Klemm KL25, rechts und links Klemm Kl31 – rechts vorn Klemm 31a XIV D-IRUT Miva St. Petrus

Klemm 31a XIV D-IRUT Miva St. Petrus mit Pater Schulte

Die Klemm KL 31 D-IRUT wurde im Juli 1935 als  „St.Petrus“ von Jakob Eschbach (Peschke Düsseldorf) nach Südafrika überführt und mit dem Kennzeichen ZS-AFJ  für Missionsflüge eingesetzt.

Krankentransport nach Windhuk

Klemm KL31 in Papua-Neu-Guinea mit neuem Kennzeichen VH-UZM

St Paulus ist falsch, richtig St.Petrus !!!!

Später wurde die Maschine wieder nach Deutschland zurückgeführt und wieder als D-IRUT registriert. Im Missionsbrief NR.21 der Miva vom Juli 1936 wird folgendes berichtet:Ab 28.Aprril 1937 war die Klemm KL 31 als VH-UZM in Papua-Neu-Guinea für die MIVA registriert (unter Pater Ziegler, Schweiz) und dort von Wilhelm Schafhausen übernommen, der schon die Klemm Kl 25  HB-XAL für die MIVA flog. Aus einem Bericht des Bischofs Wolf über die Flüge des Piloten Wilhelm Schafhausen im Mai und Juni 1937 geht hervor:

  • 43 Flüge
  • in 50 Stunden und 32 Minuten
  • flog 6.230 km
  • beförderte 12 Passagiere

und eine Ladung von 15.256 Pfund.

Am 7.Januar 1939 stürzte die Klemm Kl 31 in das Meer vor Madang N.G., wurde geborgen, aber nicht wieder aufgebaut. Am 9.September 1940 war die Maschine noch unter unter Pater Glover, Katholische Mission, Wau N.G. registriert. Wahrscheinlich wurde sie dann im Luftkrieg zerstört. Die Registrierung erlosch am 11.März 1942.

 

Klemm KL107

Klemm Kl 107 mit  Pater Schulte – Nabern 1958

Auf dem Böblinger Flughafen eine weitere Maschine der MIVA, die Dornier Do12 D-INEZ

auf dem Böblinger Flughafen

Die Dornier Do12 – nur einmal gebaut – war ein Amphibienflugzeug,  das sowohl im Wasser als auch auf Land starten und landen konnte, da es mit einem Einziehfahrwerk ausgestattet war. Der erste Flug fand am 23.6.1932 mit einem Argus As 10 Motor statt, der sich aber als zu schwach herausstellte und später mit einem Gnôme-Rhône Titan 5 Ke ausgestattet wurde. 1935 wurde die Maschine an die MIVA verkauft, die sie lange Jahre für ihre Missionsflüge einsetzte.

Taufe auf „Das fliegende Kreuz“ München-Oberwiesenfeld

 

1936 stellte die MIVA dem DSF die Do12  mit ihrem Chefpiloten Josef Gertis für Schleppversuche auf dem Bodensee mit dem „Seeadler“ zur Verfügung, der von Hanna Reitsch geführt wurde. Bei der Konstruktion dieses Segelflugzeugmusters ging das DFS von dem Gedanken aus, ein Flugzeug zu schaffen, das 1. auf Wasser und Land starten und landen und 2. so leistungsfähig ist, daß es für Thermik- und Strecken-Segelflüge eingesetzt werden kann.

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