Langsdorff, Werner von

…war von der Ideee des Leichtflugzeuges überzeugt

*27.Mai 1899  +03.Juli 1940 abgestürzt über der Nordsee

Langsdorff meldete sich nach vorzeitigem Schulabschluß 1917 kriegsfreiwillig, wurde als Artillerist an der Westfront verwundet und kam dann zur Fliegertruppe (Leutnant d. Res.; EK I). Seit 1919 studierte er an der TH Darmstadt Maschinenbau mit Fachrichtung Flug- technik (Dipl.-Ing. 1923) und wurde, ebenfalls 1923, mit einer von C. Eberhardt angereg- ten, aus der Diplomarbeit hervorgegangenen Dissertation „Technisch-wirtschaft liche Betrachtungen zum gewerbsmäßigen Verkehr mit Flugzeugen“ (Auszug in; Der Motor- wagen, 1923) zum Dr.-Ing. promoviert. Danach nahm L. in Frankfurt/Main das Studium der Volkswirtschaft auf, schloß es aber nicht ab, sondern war bis zur Habilitation und Ernennung zum apl. Professor für Flugtechnik und Luftfahrtwesen an der TH Karlsruhe 1936 freiberuflich tätig als beratender Ingenieur und Versuchspilot sowie als Schriftsteller. Als Mitbegründer der „Akaflieg“ in Darmstadt war er einer der ersten Aktiven in der Segelflugbewegung. Seit 1924 gehörte er zum wissenschaftlichen Beirat der Nord-Europa-Union, Berlin, einer internationalen Betriebsgemeinschaft der Fluggesellschaften im Ostseeraum. Seit 1926 hielt L. auch Vorlesungen über Flugtechnik an der Hochschule in Riga. Bei Kriegsbeginn 1939 wurde er als Oberleutnant d. Res. zum Jagdgeschwader 52 (Me 109) eingezogen und dann als Hauptmann in das Reichsluftfahrtministerium und dort in die Forschungsabteilung des Technischen Amtes (Generalluftzeugmeister Udet) kommandiert. 1940 wurde L. auf eigenes Betreiben zum Kampfgeschwader 30 (Ju 88) versetzt und nahm als Kampfflieger am Frankreichfeldzug teil. Danach gehörte er zu einer Gruppe ausgewählter Besatzungen, die in Einzelflügen das engl. Radarsystem zu erkunden hatte und dabei große Verluste erlitt.

L. nimmt in der Entwicklungsgeschichte der deutschen Luftfahrttechnik der 20er und 30er Jahre einen herausragenden Platz ein. So hatte er schon früh die Möglichkeiten erkannt, die spezifischen Erfahrungen des Segelflugzeugbaues allgemein für die Flugtechnik zu nutzen. Als beratender Ingenieur widmete er sich vornehmlich der Ent- wicklung des aerodynamisch hochwertigen, wirtschaftlichen Leichtbau-Flugzeuges. Die von L. beeinflußte Entwicklungsrichtung ist durch wegweisende Flugzeug-Konstruktionen gekennzeichnet wie die Klemm L 20, die als Prototyp des Sport- und Reiseflugzeugs gilt, oder die Messerschmitt M 19, Junkers A 50 und Bäumer/Günter B II/IV, die als Vorläufer so bekannter Muster wie Me 109, Ju 87, Heinkel He 70 und He 111 anzusehen sind. In zahlreichen Leistungsflügen bewies L. als Versuchspilot die Entwicklungsfähigkeit dieser Konstruktionen. Hervorzuheben sind die Flüge 1924 mit der Daimler-Klemm L 15 (12 PS), 1926 mit der Klemm 20 (19 PS) und der Messerschmitt M 17 (36 PS), 1927 mit der Klemm L 20 (über 6 500 m Höhe),Libausche Zeitung 1927-03-28 Klemm L20

1928 mit der Bäumer B IV a (60 PS; 215 km/Stunde). Diese Versuchsflüge, bei denen verschiedene Erstleistungen sowie Strecken-, Höhen- und Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt werden konnten, wurden ohne Fallschirm und materielle Absicherung alleine oder gemeinsam mit M. Schrenk, H. Guritzer, E. v. Conta, E. Petersen durchgeführt. Sie trugen wesentlich dazu bei, daß sich das wirtschaftliche Leichtbauflugzeug mit freitragendem Flügel in Deutschland früh durchgesetzt hat. Für den Vorsprung, den die deutsche Flugtechnik trotz der einschnei-denden Restriktionen nach 1918 erringen konnte, war das eine entscheidende Voraus-setzung. Ein Absturz 1928 unterbrach die fliegerische Tätigkeit, bis es ihm 1936 mit einer Sondererlaubnis gelang, trotz der schweren, bleibenden Verletzungen wieder zu fliegen. Während dieser Zeit stellte er sein außerordentliches publizistisches Leistungs-vermögen verstärkt in den Dienst der deutschen Luftfahrt: Mit weit mehr als 500 Fachpu-blikationen verstand er es, vernünftigen technischen Neuerungen den Weg zu bahnen. – Wie stark sein Leben und Wirken vom nationalen Idealismus mitgeprägt wurde, zeigt sich in seinen unter dem Pseudonym „Thor Goote“ geschriebenen und weithin bekannt gewordenen Romanen, Essays und Hörspielen.|

                                                                                            (http://www.deutsche-biographie.de)

Verdienste für Klemm

Werner von Langsdorff war für Hans Klemm ungemein wichtig, war er doch mit seinen Erfahrungen als ehemaliger Jagdflieger, Ingenieur und Journalist von der Idee des Leicht-metallflugzeuges überzeugt und publizierte das in zahlreichen Veröffentlichungen.

Mit seinem Bericht vom Überlandflug am 15. März 1924 von Sindelfingen nach Bensheim gelang Hanns Klemm der endgültige Durchbruch. Auf der Klemm L15 mit 12,5 PS-Motor legten Martin Schrenk und Werner von Langsdorff, einem begeisterten Segelflieger und Fachschriftsteller, die ca 120 km Strecke in etwa in etwa zwei Stunden zurück. Dieser Erfolg führte zu Anfragen aus der ganzen Welt nach diesem Flugzeug.

Martin Schrenk mit Langsdorff (HdG Stuttgart)
 
                                                             Langsdorff mit Schrenk (HdG Stuttgart)
 

Langsdorff mit Schrenk (HdG Stuttgart)

Langsdorff mit unbekannten Herrn (HdG Stuttgart)

Langsdorff schlug im Januar 1926 Hanns Klemm vor, mit der neuen Klemm L20 einen Propagandaflug durchzuführen, und zwar auf der Strecke Stuttgart-Budapest und auf dem Rückweg über die Alpen. Hanns Klemm gelang es von der wenig interessierten Stuttgarter Mercedes-Direktion Geld dafür zu bekommen, mit dem Hinweis auf den hohen Werbeeffekt für die Marke „Mercedes“.

Im 6. Februar 1926 führte Hans Guritzer mit Werner von Langsdorff als Passagier den Flug durch, der als Alpenflug bekannt wurde. In der reinen Flugzeit von 34 Stunden 54 Minuten legten sie die Gesamtstrecke von 2.317 km zurück. Sie überflogen u.a. das Großglockermassiv und landeten am 20. Februar in Budapest, am 16. März landeten sie wieder in Sindelfingen Die gesamte Presse des In-und Auslandes berichtete spaltenlang über diese kühne Pioniertat eines Leichtflugzeugs.

Die nachfolgenden Fotos sind aus unten abrufbaren Bericht aus der Zeitung flight

Landung auf dem Zeller See
 Alpenflug 1926 Hans Guritzer, Hanns Klemm und Werner von Langsdorff (HdG Stuttgart)
Alpenflug 1926 Hans Guritzer und Wener von Langsdorff mit unbekannten Herrn (HdG Stuttgart)

Ein Zeitungsbericht nach der Rückkehr hier

Die Zeitschrift „Flight“ vom 13.Mai 1926 berichtete ausführlich über diesen Flug hier

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