1885-1918 Werdegang

Hanns Klemm Biografie und Werdegang

04. April 1885

geboren in Stuttgart, Hoppenlaustrasse 12, als Sohn des Küfermeisters und Weinhändlers Karl Klemm (1850 – 1898) und seiner Ehefrau Emma, geborene Schäfer (1849 – 1912), wohnhaft in Grunbach im Remstal

Hanns Klemm 1891 links Eltern und Geschwisterrechts Hanns Klemm mit Eltern und Geschwister

1891 -1893 Elementarschule Stuttgart Seine Zeugnisse zeigen gute schulische Leistungen

1893 – 1903 Friedrich-Eugen-Realschule Abiturexamen mit „gut“ bestanden

1903-1907 Bauingenieurstudium an der Königlichen Technischen Hochschule Stuttgart Mitglied in der Stuttgarter Burschenschaft Ghibellina, ein weiteres bekanntes Mitglied war der Flugzeugbauer und -konstrukteur Ernst Heinrich Heinkel

 


 

1904 Vordiplomprüfung IIa

Uni Stuttgart Eintrag Sommer-Semester 1906

1907 I.Staatsprüfung IIa, als Regierungsbauführer ernannt

1907 – 1909 Kgl. Regierungsbauführer bei der Generaldirektion der                   Königlichen Württembergischen Staatsbahnen

  • auf dem brückenbautechnischen Büro
  • bei der Königlichen Eisenbahnsektion Schorndorf
  • als Bauleiter der Eisenbeton-Talbrücken (Igelsbach, Strümpfelbach und Laufenmühle-Viadukt) im Zuge der Wieslauftalbahn, Schorndorf-Welzheim, Bergbahn-Strecken-abschnitt Rudersberg-Welzheim. Die Brücken galten damals als eine technische Meisterleistung, noch heute verkehrt auf der Strecke eine Museumsbahn.

Als Beispiel der Bau des Viaduktes bei der Laufenmühle

1909

1909

1909

1910

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1910

1910

1910

1910

1910

Einweihung 1911 Programm

Einweihung 1911

1909 – 1910

  • 14.Juli 1910 Ingenieurs-Diplom der TH Stuttgart

  • Assistent des Lehrstuhls für „Brücken-, Tunnel- und Grundbau“ an der Königlichen Technischen Hochschule Stuttgart

1910 – 1911 Ingenieur der Beton- und Monierbau A.G. Filiale Stuttgart. Zweiter Bauleiter für die Eisenbeton- und Gründungarbeiten am neuen Hoftheater Stuttgart

stuttgart - hoftheater 1912

1911 II. Staatsprüfung: II b, zum Regierungsbaumeister ernannt

1911 – 1913 Ingenieur der Tiefbauunternehmung C.Baresel in Stuttgart-               Untertürkheim

  • Uferstraßenanlage in Friedrichshafen a.Bodensee mit Gondel und Yachthafen, wurde am 9. Juni 1912 eingeweiht

Hanns Klemm 1913 Eisenbeton Friedrichshafen BodenseeuferstrasseFriedrichshafen Yachtklub_

  • Eisenbahnbrücken
  • Entwässerungsanlage für den Truppenübungsplatz Heuberg
  • eine Material-Standseilbahn vom Bahnhof Kaiseringen auf die Albhochfläche und Hochbauten.

Karte 1918 von 7820Winterlingen Heuberg Standseilbahn von Kaiseringen auf die Albhochfläche eingezeichnet__

 In der „Hohenzollerischen Heimat“ Nr.2 vom Juni 1981 wird der Bau ausführlich beschrieben:

„Vom Haltepunkt der Zollerbahn wurde im Jahre 1912 eine doppelgleisige Standseilbahn als Munitions- und Materialbahn auf die Höhen des Heubergs hinauf gebaut. Etwa 300 Arbeiter der Fa. Baresel, Stuttgart, waren ca. drei Monate in Tag- und Nachtarbeit mit dem Bau dieser Förderbahn beschäftigt. Das 8 km lange Drahtseil für die etwa 2,4 km lange Strecke wog allein 320 Zentner. Am 1. Mai 1912 war die feierliche Eröffnung der Bahn. Sie führte über eine 27 Grad steile Rampe hinauf über die Siechenhalde bis an den Rand des Übungsplatzes in Höhe des ehemaligen Waldhofes (siehe unten) und dann im rechten Winkel bis an den nördlichen Rand des Lagers in Stetten akM. Die Förderwagen wurden, am Drahtseil verkeilt, in gemächlichen eineinhalb Stunden von einer Dampfmaschine, die am Ende der Bahn in einem Wirtschafts-schuppen untergebracht war, mittels Seilzug hochgehievt.“

Ein Brücken-Widerlager der Standseilbahn an der Straße von Kaiseringen nach Fronstetten ist heute noch erhalten (2012)

Widerlager der ehem. Standseilbahn Kaiseringen

Truppenübungsplatz Heuberg Hochbauten, Be-und Entwässerung

  • Projekte für Erdbewegungen, Wasserkraftanlagen usw.

  • 1911 Tübingen Indianersteg – über den Neckar

Hanns Klemm 1911 Eisenbeton Tübingen IndianerstegIndianersteg

1913 – 1914 Oberingenieur der Tiefbau A.G Geber & Söhne, Stuttgart

Brücken-, Eisenbahn-, Straßen-, Tunnel- und Wasserbauten

  • Bahnanlage Geisenheim-Rüdesheim.

Die Bahn wurde aus kriegsstrategischen Überlegungen gebaut. Das Hauptwerk war die Hindenburgbrücke, mit 1000 m die damals längste Eisenbahnbrücke Deutschlands.

Klemm Hindenburgbrücke1

Klemm Lageskizze_der_Hindenburgbrücke_1925-04-24

Klemm Hindenburgbrücke

  • Neckardüker und Stollen für die Entwässerung der Stadt Stuttgart.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war es üblich, dass häusliche Abwässer samt Regenwasser über Gräben oder Dolen, unter anderem über den damals offenen Nesenbach in den Neckar eingeleitet wurden – ohne vorherige Reinigung wohlgemerkt. die  Wohngebäude hatten damals noch Abortgruben, deren übel riechender Inhalt mittels
Pferdefuhrwerken an die Landwirtschaft und Weingärtner außerhalb Stuttgarts abtransportiert wurde. Infolge der Industrialisierung und des starken  Bevölkerungswachstums war der Bau neuer Wohnquartiere nötig. damit einhergehend
wurde 1874 begonnen, die Abwasserkanalisation nach dem so genannten „Gordon‘schen dolenplan“ systematisch anzulegen.

Aus hygienischen Gründen wurde um 1900 auf drängen der Mediziner nach dem Bau eines zentralen Klärwerks geforscht. Im April 1902 nahm eine erste Versuchsanlage auf der Prag ihren Betrieb auf. den entscheidenden Beschluss, das Klärwerk in der außerhalb von Groß-stuttgart gelegenen Gemeinde Mühlhausen zu bauen, fasste der Stuttgarter Gemeinderat im Jahr 1911. Ursprünglich waren als Standorte zuerst Münster oder
Hofen überlegt worden. allerdings erhielt Mühlhausen „den Zuschlag“, da unter anderem dort der Grund billiger war.

Am 3. september 1913 erhielt die Stadt die königliche Erlaubnisurkunde für die Einleitung der gesamten Abwässer in den Neckar – unter strengen Auflagen. So mussten alle gewerblichen und häuslichen Abwässer einer mechanischen und einer dem Stand der Technik entsprechenden biologischen Reinigung unterzogen werden. Nachdem die Kanalarbeiten fertiggestellt waren, erfolgte im April 1915 der Spatenstich für die neue
Anlage. Am 27. Juni 1916 nahm sie den Betrieb auf.

Die offizielle Eröffnung folgte im Oktober 1916.

Damit das Abwasser aber die Kläranlage auf der anderen Seite des Neckars in Mühlhausen  erreichen konnte, mußte der Fluß unterquert werden. Dazu wurde ein Abwasserstollen (Düker) in der Höhe von Stuttgart Münster gebaut. Die Wirkungsweise eines Dükers:

Bau des Dükers. Blick auf Cannstatt

1918

Zum weiteren Ausbau des Neckars mußte 1997 der alte Düker weichen.

 

  • 1914 – 1915 Kriegsfreiwilliger beim 26.Dragoner Regiment „König“ Cannstatt
    • 15.Oktober 1914 ins Feld und kämpft in Belgien und im Elsass (Sennheim und Priesterwald)
    • Im Januar 1915 an Ruhr erkrankt
    • Juni 1915 als Unteroffizier entlassen zur Königlichen Werft Danzig

Hanns Klemm 1915 in kaiserlicher Uniform (HdG) small

  • 1915  – 1917 Dirigent der Bauabteilung III bei der Kgl. Werft Danzig 

Hafen und Uferanlagen,Werkstätten (Eisenhochbau)

Dienstvertrag
  • 15.März 1917 Vorstand der Versuchsabteilung des Luftschiffbau Zeppelin         Friedrichshafen, Abteilung Do (Dornier) in Seemoos-Friedrichshafen.

Mit dieser Tätigkeit lernte Hanns Klemm den Flugzeugbau mit dem alleinigen Baustoff Metall richtig kennen, der von da ab den ehemaligen Tiefbauingenieur nicht mehr losgelassen hat.

 

  • 01.August 1917 – 15. März 1918 Vorstand und Chefstatiker der Hansa-                 Brandenburg-Flugzeugwerke in Briest  bei Brandenburg (Direktor                  Ernst Heinkel) 

Hier sammelt KLemm Erfahrungen mit der Gemischtbauweise und konstruiert sein erstes Flugzeug, den See-Tiefdecker Hansa-Brandenburg WL29 (in div. Abhandlungen wird WL26 genannt), nach Meinung von vielen Experten eines der besten Flugzeuge im I.WK.

Betriebszeugnis Hansa

  • 01.April 1918 Chefkonstrukteur des Flugzeugbaus der Daimler Motoren-         Gesellschaft in Sindelfingen 

Die Liebe zu seiner schwäbischen Heimat und die erwartete Niederkunft seiner Frau erwogen Hanns Klemm die ihm angebotene Stelle als Chefkonstrukteur der Daimler-Werke, die neu gegründete Abteilung Flugzeugbau anzunehmen. Damit begann für ihn eine neue Herausforderung. Mercedes-Benz Chronik

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